An einem schönen Wandertag im Frühherbst wurde ein schon lange auf dem Zettel stehendes Ziel angegangen: das Walberla. Eigentlich die Ehrenbürg, deren südwestliche 513 m hohe Kuppe im Volskmund Walberla genannt und oft für die ganze Ehrenbürg verwendet wird.
Kurz nach dem Parkplatz in Kirchehrenbach haben haben ein paar Landwirte Verkaufsstände für ihre Erzeugnisse aufgebaut. Auf dem Rückweg habe ich mir dort eine Schale Zwetschgen gegönnt.


Der Aufstieg sollte „nur“ 1,2 km lang sein, doch der hatte es in sich. Mit einer durchschnittlichen Steigung von ca. 15% kann man schnell aus der Puste kommen. Schnon nach kurzer Zeit kamen mir Leute wieder entgegen, die kurz vor mir gestartet waren.



Glücklicherweise waren auf dem Weg ein paar Bänke aufgestellt, die man wirklich brauchte. Nach ca. 400 Metern merkt man schon den Höhenunterschied. Man schaut so langsam von oben auf die Umgebung.




In Richtung Westen ist hier die Vexirkapelle zu erkennen, die wir schon einmal besucht hatten.
Auch nach weiteren 300 Metern und immer schwerern Beinen war noch viel Luft nach oben. Vor allem ist der Weg so angelegt, dass man immer nur ein kleineres steiles Stück sieht, dann eine Kurve kommt bei der man meint, dass es doch dort dann etwas flacher weiter gehen könnte, aber ein genauso steiles weiteres Stück folgt.



Nach ein paar weiteren Metern wird man dann aber schon mit der ersten grandiosen Aussicht Richtung Weilersbach belohnt und kann sich ein wenig ausruhen.



Weiter ging es mit den nächsten steilen Aufstieg. Eigentlich nur bis zur nächsten Bank. Hier hatte ich ein nettes Gespräch mit Einheimischen, Vater und Sohn, die einen schwerern Wagen zu zweit auf den Berg schleppten. Der Vater sagte, dass sich Sohnemann ein Weißwurst-Frühstück auf dem Berg gewünscht hat. Und das sollte er nun bekommen. So nebenbei wurde ich auch noch über das unschöne Aussterben vieler Biergärten in der Umgebung aufgeklärt. Meist wegen Kindern, die sich diese Arbeit nicht mehr antun wollten, Streitigkeiten unter Erben oder wegen nicht vorhandener Nachfolger.



Nach der letzten nicht enden wollenden Kraftanstrengung kommt man dann endlich bei der Walburgis-Kapelle an. Wie ich erst später erfahren habe, wird auf diesem Gelände am erste Wochenende im Mai das Walberla-Fest gefeiert. Auf dem Gipfel des Walberla ist ein Gedenkstein aufgestellt. Eine sehr schöne Sage zur Herkunft des Namens und der heidnischen Vergangenheit des Berges ist auf den Seiten zum Walberla zu finden. Auf dem Berg selbst wurden schon Zeugnisse der Besiedelung bis 9500 v. Chr. gefunden.



Die nachfolgenden Bilder lasse ich einfach mal so für sich sprechen.










Auch vom nordwestlichen Aussichtspunkt hat man eine sehr schöne Aussicht ins Land.






Ein paar Gleitschirmflieger nutzten das schöne Wetter. Einen konnte ich beim Start einfangen. Der kleine Raubvogel, der sekundenlang still in der Luft stand und dann nach unten schoss, brauchte natürlich keine Hilfsmittel.


Dann begann der Abstieg, der nicht minder schwer war und für den sich einfache Sandalen als wirklich ungeeignet herausstellten.

Auf dem Berg hatte ich ein Pärchen getroffen, die als einzige dort mit ihren E-Bikes unterwegs waren. Ich habe sie freundlich auf folgendes Schild hingewiesen (das man nicht übersehen kann, daneben ist über die ganze Wegbreite eine Schranke) und wenn sie sich umschauen, sie kein einziges anderes Fahrad entdecken werden. Sie entschuldigten sich zwar, fuhren dann aber trotzdem zur nächsten Kuppe weiter. Ignoranten.
Jetzt, einen Tag später und wie ich das alles aufschreibe, habe ich einen ganz schönen Muskelkater in den Beinen. Aber es hat sich gelohnt!
